Agentur zum Auf- und Ausbau niedrigschwelliger Betreuungsangebote
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Projektaufbau

 

Bitte beachten Sie, dass die Webseite der Agentur derzeit überarbeitet wird.

Wir bitten daher um Verständnis, wenn einige Inhalte derzeit noch nicht auf dem aktuellsten Stand sind.

Wir werden zeitnah für Sie weitere aktuelle Informationen zur Verfügung stellen.

 

Obwohl es in Bayern circa 750 anerkannte Angebote gibt, gibt es Regionen, in denen bis jetzt keine oder nur wenige Angebote existieren.

Wenn Sie sich für den Aufbau eines solchen Angebots interessieren, sollten Sie wissen, dass Sie für den Aufbau von Angeboten zur Unterstützung im Alltag Zeit und Kontakte benötigen, d.h. der Aufbau von Projekten bedarf einer gewissen Vorlaufzeit.

 

1. Bedarf feststellen

Zuerst ist es wichtig zu wissen, wie die Angebotsstruktur in Ihrer Region aussieht. In Bayern gibt es Regionen, in denen es sehr viele Angebote gibt, in denen aber bestimmte Angebote fehlen (z.B. Betreuungsgruppen) oder in denen es gar keine Angebote gibt. Zur Klärung dieser Fragen steht Ihnen die Agentur zum Auf- und Ausbau niedrigschwelliger Betreuungsangebote zur Verfügung.

Zudem ist es sinnvoll, sich über andere Angebote (z.B. Tagespflege, ambulante Pflegedienste) und über die Nachfrage bei anderen Anbietern von Angeboten zur Unterstützung im Alltag zu informieren.

Als nächstes sollten Sie Gespräche mit Multiplikatoren in Ihrer Region (z.B. Kommune, Ärzte, Fachstellen für pflegende Angehörige, Pflegestützpunkte, Wohlfahrtsverbände etc.) führen, um herauszufinden, welches Angebot am sinnvollsten ist und gleichzeitig Unterstützer zu finden. Diese Gespräche können auch der Türöffner bei Trägern sein.

 

2. Art des Angebots festlegen

Je nach Bedarf in Ihrer Region sollten Sie sich für ein Angebot entscheiden.

Die Erfahrung  hat gezeigt, dass es sinnvoll ist, zunächst mit einem Angebot zu beginnen und andere Angebotsformen erst dann zu installieren, wenn sich das erste Angebot etabliert hat.

Es kann aber zweckmäßig sein, mit einer Betreuungsgruppe zu starten und gleichzeitig eine Angehörigengruppe mit aufzubauen.

 

Bitte beachten Sie: Der Aufbau von Qualitätsgesicherter Tagesbetreuung in Privathaushalten, Alltags- und Pflegebegleitern ist nur möglich wenn trägerseitig mindestens ein weiteres Betreuungsangebot vorgehalten wird. 

 

3. Konzeptentwicklung

Als nächsten Schritt sollten Sie ein Konzept für Ihr Betreuungsangebot erstellen. Das Angebot erleichtert die Suche nach einem Träger, da Sie klare Vorstellungen von dem haben, was Sie brauchen.

Dabei können Sie sich an den Konzepten der Agentur zum Auf- und Ausbau niedrigschwelliger Betreuungsangebote orientieren. Das Musterkonzept der Agentur ist ausgerichtet an den Voraussetzungen zur Anerkennung und Förderung von niedrigschwelligen Betreuungsangeboten beim ZBFS.

Ihr Konzept sollte auch Überlegungen zur Finanzierung Ihres Angebots, Aufwandsentschädigung für die Ehrenamtlichen und Öffentlichkeitsarbeit beinhalten.

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre für Projektinitiatoren. 

 

4. Suche nach einem Träger

Die Anbindung an einen Träger hat Vorteile:

  • Kontakte zu Einrichtungen und pflegenden Angehörigen
  • Fachliche Unterstützung und ggf. interessierte Fachkraft als Leitung
  • Erfahrungswerte
  • Außendarstellung

 

Als Träger kommen u.a.  in Frage:

  • Wohlfahrtsverbände
  • Fachstellen für pflegende Angehörige
  • Gemeinnützige Vereine
  • Kommunen
  • Einrichtungen der Altenhilfe
  • Nachbarschaftshilfen
  • Mehrgenerationenhäuser        

 

Mit dem Träger sollten folgende Fragen geklärt werden:

  • Wie findet die Anbindung statt? (Struktur, andere Angebote)
  • Welche personellen und zeitlichen Ressourcen stehen zur Verfügung?
  • Gibt es geeignete Räumlichkeiten?
  • Wer ist beim Träger zuständig? Wie wird die Vertretung geregelt?
  • Wie kann das Angebot finanziert werden?
  • Wie sind die Kosten kalkuliert?
  • Sind die Ehrenamtlichen über den Träger versichert?
  • Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen aus?
  • Was bedeutet das Angebot für den Träger?

 

5. Suche nach einer Fachkraft

Für den Aufbau und die Durchführung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag ist es wichtig, eine geeignete Fachkraft mit psychiatrischer, gerontopsychiatrischer, sozialpädagogischer oder heilpädagogischer Erfahrung zu haben, die die Leitung übernimmt, z.B. :

  • eine Pflegefachkraft mit einer einschlägigen Fort- oder Weiterbildung oder mit Erfahrung im Bereich der Psychiatrie und Gerontopsychiatrie
  • eine Heilerziehungspflegerin bzw. ein Heilerziehungspfleger
  • eine Heilpädagogin bzw. ein Heilpädagoge oder
  • eine Sozialpädagogin bzw. ein Sozialpädagoge
  • sowie Personen, die über eine vergleichbare Qualifikation verfügen (in Einzelfällen beim ZBFS nachfragen)

 

Die Fachkraft soll eine zweijährige Berufserfahrung haben. Von Vorteil sind Erfahrungen im Bereich ehrenamtliches Engagement, Selbsthilfe und Angehörigenberatung.

Hilfreich ist es, wenn die Fachkraft in der Gemeinde gut bekannt und vernetzt ist.

 

6. Vorbereitungsphase

1. Öffentlichkeitsarbeit

Um auf Ihr geplantes Angebot aufmerksam zu machen und um Ehrenamtliche und interessierte pflegende Angehörige zu werben, sollten Sie frühzeitig mit der Öffentlichkeitsarbeit beginnen. Erstellen Sie dazu Handzettel oder kurze Artikel für Ihr Gemeindeblatt. Machen Sie deutlich, warum Ihr Angebot wichtig für pflegende Angehörige ist und warum sich Ehrenamtliche bei Ihnen melden sollten.

Weitere Informationen:

 

2. Ehrenamtliche

Werben Sie Ehrenamtliche über die lokale Presse, Kirchengemeinden, Freiwilligenagentur, usw.

Mit Ehrenamtlichen, die sich für einen Einsatz interessieren, führen Sie ein Erstgespräch.

Dazu können Sie den Leitfaden: Erstgespräch mit Ehrenamtlichen der Agentur nutzen.

Wenn Sie interessierte Ehrenamtliche gefunden haben (8 ist die Mindestteilnehmerzahl für die Förderung der Schulung) lassen Sie ihre Ehrenamtlichen schulen oder schulen selber.

WICHTIG: Ihr Angebot kann erst beginnen, nachdem die Ehrenamtlichen ihre Schulung abgeschlossen haben. Ein Einsatz vor der Schulung ist unzulässig. Nach der Schulung sollten Sie ein zweites Gespräch führen, um zu sehen ob die oder der Ehrenamtliche tatsächlich für den Einsatz geeignet ist. Vor dem Einsatz müssen mit den Ehrenamtlichen die entsprechenden Vereinbarungen getroffen werden.

 Empfehlungen der Spitzenverbände der Pflegekassen nach § 45 c Abs. 6 SGB XI

Hinweise zur Aufwandsentschädigung im Ehrenamt

Schulungsempfehlung haushaltsnahe Dienstleistungen

 

3. Formalitäten

In der Vorbereitungsphase ist endgültig festzulegen, wie hoch ggf. die Aufwandsentschädigung für die Ehrenamtlichen ist, wie die Rechnungsstellung abläuft, wie die Ehrenamtlichen Ihre Einsätze nachweisen, etc. Sie können hier auch Muster der Agentur verwenden. Bereiten Sie den Antrag auf Anerkennung beim ZBFS und ggf. auf Förderung vor.

Folgende Formulare sollten Sie haben (Muster finden Sie hier):

  • Vereinbarung zum Einsatz Ehrenamtlichen
  • Schweigepflicht für Ehrenamtliche
  • Ggf. Vereinbarung zur Aufwandsentschädigung
  • Einsatzlisten für die Ehrenamtlichen
  • Teilnehmerlisten für Betreuungs- und Angehörigengruppen
  • Informationsblätter für Angehörige (Wer? Wann? Wo? Was?)

Zur Abrechnung mit den Pflegekassen ist,  insbesondere falls Sie direkt mit der Pflegekasse abrechnen wollen ("Abtretungserklärung"), ein Institutionskennzeichen (IK) notwendig. Institutionskennzeichen können bei der  Arbeitsgemeinschaft Institutionskennzeichen beantragt werden.

 

4. Betroffene und pflegende Angehörige

Nutzen Sie, um TeilnehmerInnen zu finden, aktiv die Kontakte, die Sie zu Beginn aufgebaut haben!

Mit interessierten pflegenden Angehörigen führen Sie ein Informationsgespräch und bitten Sie für Ihren Angehörigen einen Biographiebogen auszufüllen. Klären Sie genau über den Ablauf des Angebots auf und wann es beginnt.

WICHTIG: Machen Sie deutlich, dass es

  • sich um ein Angebot mit Ehrenamtlichen handelt
  • sich um eine kostengünstiges Angebot handelt
  • keine bürokratischen Hürden gibt
  • jederzeit wieder beendet werden kann

 

7. Auftaktveranstaltung

Für viele Anbieter hat es sich bewährt eine öffentliche Auftaktveranstaltung zu organisieren. Laden Sie über Medien rechtzeitig dazu ein und laden Sie Multiplikatoren (z.B. Ärzte, Fachstellen für pflegende Angehörige, Politiker etc.) persönlich ein. Mögliche Themen für eine Auftaktveranstaltung sind Demenz, Entlastung von Angehörigen, Ablauf einer Betreuungsgruppe u.ä.

Legen Sie eine Liste für interessierte Ehrenamtliche und für Angehörige aus, in die sie ihre Kontaktdaten eintragen können.

 

8. Ihr bestehendes niedrigschwelliges Betreuungsangebot

Ihr Projekt hat es nach der Aufbauphase endlich geschafft! Nun beginnt das "Alltagsgeschäft": Durchführung der Gruppen, Planung der Einsätze von Ehrenamtlichen, Begleitung der Ehrenamtlichen, Werbung neuer TeilnehmerInnen, usw.

Scheuen Sie sich nicht, am Anfang "kleine Brötchen" zu backen und haben Sie Geduld!

 

 Leitfaden Projektaufbau

 

 

Kontaktdaten

Agentur für Angebote zur Unterstützung im Alltag

Spitalgasse 3
90403 Nürnberg

Telefon: 0911 - 37 77 53 26
 info(at)niedrigschwellig-betreuung-bayern.de