Agentur zum Auf- und Ausbau niedrigschwelliger Betreuungsangebote
Zoom per Tastatur

„Ehrenamtliche Helfer“ stellen die Basis von Angeboten zur Unterstützung im Alltag dar. Bürgerinnen und Bürger stellen freiwillig ihre Zeit zur Verfügung, um pflegende Angehörige durch die Übernahme der stundenweisen Betreuung zu entlasten.

Der Umgang mit diesen Freiwilligen ist damit zentrales Element von niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangeboten und davon ist letztlich sowohl ihre Etablierung als auch ihr Bestand im hohen Maße abhängig.

Ehrenamtliche sind keine Arbeitnehmer. Sie übernehmen eine Aufgabe freiwillig, die von ihnen viel Einsatz und Verlässlichkeit fordert. Dennoch bleibt es eine Aufgabe, die sie selbst mitbestimmen wollen. Zuordnung zu Familien ohne Rücksprache ist hier genauso fehl am Platz wie der Einsatz nach Dienstplänen. Freiwillige engagieren sich, weil ihnen eine Tätigkeit Freude bereitet, sie neue Kontakte knüpfen oder auch helfen wollen. Dennoch suchen sie keinen „Job“. Für die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen gelten daher andere Regeln als für den Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Den Stellenwert des Bürgerschaftlichen Engagements und auch die Zusammenarbeit muss jeder Träger selbst festlegen und organisieren. Für die Zusammenarbeit müssen aber immer die notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, da Bürgerschaftliches Engagement weder umsonst noch kostenlos ist.

Haftpflichtversicherung

Die Haftpflichtversicherung deckt durch den Ehrenamtlichen verursachte Schäden ab. Wie auch im Arbeitsrecht richtet sich die Haftung nach der Schuldfrage. Der Ehrenamtliche bleibt grundsätzlich verantwortlich für Schäden, die er grob fahrlässig oder vorsätzlich verursacht. Der Geschädigte kann sich generell an den Träger oder Ehrenamtlichen wenden. Für „leicht fahrlässige“ Schäden besteht ein Freistellungsanspruch gegenüber dem Träger. Diese Risiken sollten durch eine Haftpflichtversicherung abgedeckt sein und zwar durch den Träger, nicht die private des Ehrenamtlichen. Hierfür kann der Träger eine Sammelhaftpflichtversicherung abschließen. Für die Anerkennung und Förderung muss der Versicherungsschutz für die Ehrenamtlichen nachgewiesen werden.

Unfallversicherung

Mit einer Unfallversicherung werden Schäden abgedeckt, die der Ehrenamtliche selbst erleidet. Sie deckt zunächst Arbeits- und Wegeunfälle ab. In den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung sind Ehrenamtliche im Gesundheitswesen und der Wohlfahrtspflege miteinbezogen. Träger der Unfallversicherung ist die zuständige Berufsgenossenschaft.

Fahrdienste

Sollten die Ehrenamtlichen die Gäste mit dem eigenen PKW befördern, ist der Abschluss einer Dienstfahrtvollkaskoversicherung sinnvoll und ebenso sollte die Rückstufung in der gesetzlichen Versicherung bei einem Schaden durch eine „Schadensfreiheitsrabatt-Rückstufungs-Versicherung“ geklärt sein. Weitere Hinweise bezüglich Fahrdienste im Rahmen niedrigschwelliger Betreuungs- und Entlastungsangebote finden Sie in der Anlage.

Aufwandsentschädigung

Bei niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangeboten, wird den Ehrenamtlichen häufig eine kleine Aufwandsentschädigung für die durch den Einsatz entstanden Auslagen gezahlt. In der Regel wird eine Pauschale vereinbart, die die Ausgaben wie z.B. Fahrtkosten, Telefon abdeckt.

Bei Bemessung der Aufwandsentschädigung ist darauf zu achten, dass es sich beim Ehrenamt um freiwilliges und unentgeltliches Engagement handelt, in die Bürgerinnen und Bürger ihre Zeit, ihr Wissen etc. anderen zur Verfügung stellen und nicht um eine bezahlte berufliche Tätigkeit. Damit diesen engagierten Bürgerinnen und Bürgern keine Kosten oder Auslagen entstehen, ist eine Aufwandsentschädigung vorgesehen. Diese Aufwandsentschädigung hat nichts mit einem Entgelt für die erbrachte Leistung zu tun. Allenfalls kann sie zusätzlich als kleine Anerkennung dienen. Das sollten Sie bei der Bemessung der Höhe der Aufwandsentschädigung bedenken und insbesondere darauf achten, dass kein Missverhältnis zu den in vielen Berufen üblichen Stundenlöhnen entsteht und die Aufwandsentschädigung unangemessen hoch ausfällt. Nur so können niedrigschwellige Angebote kostengünstig für die Betroffenen und Angehörigen sein, und eine regelmäßige und dauerhafte Entlastung bezahlbar bleiben.

Werden durch die Aufwandsentschädigung nur die tatsächlich entstandenen und nachgewiesenen Auslagen ausgeglichen, unterliegen sie nicht der Einkommenssteuerpflicht.

Werden die Auslagen pauschal ersetzt, sind sie einkommenssteuerrelevant. Hier kommt eine Steuerbegünstigung im Rahmen der sogenannten Übungsleiterpauschale in Betracht.

§ 3 Nr. 26 EStG sieht eine Steuerbegünstigung für bestimmte ehrenamtliche Tätigkeiten in gemeinnützigen Organisationen vor. Dazu gehört die nebenberufliche Betreuung für eine gemeinnützige Organisation. Hierfür ist ein Steuerfreibetrag von 2.400 Euro im Jahr vorgesehen. Weitere Hinweise finden Sie in der Anlage „Aufwandsentschädigung im Ehrenamt“.

 

Tipps und weitere Informationen

 

 

Kontaktdaten

Agentur für Angebote zur Unterstützung im Alltag

Spitalgasse 3
90403 Nürnberg

Telefon: 0911 - 37 77 53 26
 info(at)niedrigschwellig-betreuung-bayern.de